Fußreise - Erinnerungen 3 (10).

             3.

Ich saß am Regentage
  Auf meinem Wirthsaltan,
  Und sah mit Unbehage
  Die trübe Gegend an;
  Mit meinem Rücken lehnte
  Ich an dem Bienenstand,
  Der hinten hin sich dehnte
  Weit um des Hauses Wand.
Und durch der Bretter Kluften
  Und Ritzen quoll und drang
  Gemischt mit süßem Duften
  Ein Summen wie Gesang.
  Was machen nur die Bienen
  An einem solchen Tag?
  Sie lassen sich ihn dienen
  Zu süßem Lustertrag.
An vielen Sommettagen
  Vom Morgen früh erwacht,
  Sie hatten einzutragen
  Und schliefen müd bei Nacht;
  Zu scheiden und zu sichten
  Und mit Behaglichkeit
  Die Waben schön zu dichten,
  Sie hatten keine Zeit.
Die haben sie nun. heute,
  Nun ruht ihr Sammeldrang,
  Sie freu'n sich, ihre Beute
  Zu schmücken mit Gesang.
  Laß dir's umsonst nicht sagen:
  Du hast viel rohen Seim
  Bei Sonnschein eingetragen,
  Nun bild' ihn aus zum Reim.