Vom Büblein, das überall mitgenommen hat sein wollen.

Fünf Märlein zum Einschläfern für mein Schwesterlein.
                 Zum Christtag 1813


 Denk an! das Büblein ist einmal
 Spazieren gangen im Wiesenthal;
 Da wurd's müd' gar sehr,
 Und sagt: Ich kann nicht mehr;
 Wenn nur was käme,
 Und mich mitnähme!
Da ist das Bächlein geflossen kommen,
Und hat's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich auf's Bächlein gesetzt,
Und hat gesagt: So gefällt mir's jetzt.
 Aber was meinst du? das Bächlein war kalt,
 Das hat das Büblein gespürt gar bald;
 Es hat's gefroren gar sehr,
 Es sagt: Ich kann nicht mehr;
 Wenn nur was käme,
 Und mich mitnähme!
Da ist das Schifflein geschwommen kommen,
Und hat's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich aus's Schifflein gesetzt,
Und hat gesagt: Da gefällt mir's jetzt.
 Aber siehst du? das Schifflein war schmal,
 Das Büblein denkt: Da fall' ich einmal;
 Da fürcht' es sieh gar sehr,
 Und sagt: Ich mag nicht mehr;
 Wenn nur was käme,
 Und mich mitnähme!
Da ist die Schnecke gekrochen gekommen,
 Und hat's Büblein mitgenommen;
 Das Büblein hat sich in's Schneckenhäuslein gesetzt,
 Und hat gesagt: da gefällt mir's jetzt.
 Aber denkt die Schnecke war kein Gaul,
 Sie war im Kriechen gar zu faul;
 Dem Büblein ging's langsam zu sehr;
 Es sagt: Ich mag nicht mehr;
 Wenn nur was käme,
 Und mich mitnähme!
Da ist der Reuter geritten gekommen,
Der hat's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich hinten auf's Pferd gesetzt,
Und hat gesagt: So gefällt mir's jetzt.
 Aber gieb Acht! das ging wie der Wind,
 Es ging dem Büblein gar zu geschwind;
 Es hopst d'rauf hin und her,
 Und schreit: ich kann nicht mehr;
 Wenn nur was käme,
 Und mich mitnähme!
 Da ist ein Baum ihm in's Haar gekommen,
 Und hat das Büblein mitgenommen;
 Er hat's gehängt an einen Ast gar hoch,
 Dort hängt das Büblein und zappelt noch.
                Das Kind fragt:
 Ist denn das Büblein gestorben?
                  Antwort:
 Nein! es zappelt ja noch!
 Morgen gehn wir 'naus und thun's 'runter.