Wenn ich dies Thal

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Wenn ich dies Thal durchzieh' am Wanderstabe,
  Seh' ich drei alte Burgen rings in Stücken
  Sich von den Höhn zum Grund herniederbücken,
  Und ihr Bewohner krächzt darein, der Rabe.

Dann, daß ich noch an andrem Gram mich labe,
  Steig' ich auf eines niedern Hügels Rücken,
  Und zwischen Bäumen, die sich traurig schmücken,
  Steh ich an jüngern Trümmern, deinem Grabe.

O Doppelblick, der dem Gemüth verbittert
  Alles, was lebt, da, was gelebt, das Beste
  In Schutt und Graus liegt, dort und hier, zersplittert:

Dort oben hoher Besten morsche Reste,
  Hier tief, was jener Hoheit glich, verwittert,
  Du, die du warst der Schönheit schönste Beste.
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