Sechzehnmal fuhr der Lenz

                                        16.

Sechzehnmal fuhr der Lenz von Himmelszinnen,
  Um hier ein werdend Himmelsbild zu sehen,
  Das himmlischer stets ward, und fühlte Wehen,
  Wann wieder ihn der Herbst zwang zu entrinnen.

Die siebenzehnte Fahrt wollt' er beginnen,
  Da sah statt Ihrer er ein Grabmahl stehen;
  Jetzt brauchte nicht der Herbst ihn heißen gehen,
  Schon schleunig g'nug trieb ihn sein Schmerz von hinnen;

Alsob er nie mehr Lust zu kehren habe!
  Doch weiß ich, zwingen wird ihn schon sein Lieben,
  Daß er auch künftig greift zum Wanderstabe,

Und kommt und geht mit wechselhaften Trieben,
  So wie ich selbst, zu und von Ihrem Grabe,
  Von Sehnsucht hin, von Schmerz hinweg getrieben.
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