Ihr, die auf

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„Ihr, die auf meiner süßen Erd' ich lasse,
   Ihr süßesten Geschwister und Gespielen,
   Laßt g'nug nun sein der Thränen, die mir fielen,
   Laßt trocknen mich eu'r Angesicht, das nasse.

„In Lieb' einander nah, fernab vom Hasse,
   Wallt fort in Eintracht nach den irdschen Zielen,
   Und nicht beklagt euch, daß ich von euch vielen
   Allein schied, um zu ziehn auf höhrer Strasse.

„Nein! freut euch, daß, wenn aus dem Erdgewimmel
   Ihr euern Blick nun über Wolken hebet,
   Ihr dort auch lächeln seht bekannte Züge.

„So wird zum voraus heimisch euch der Himmel,
   Und wenn ihr selbst vollendet einst entschwebet,
   Steh' ich als Engel, lenkend eure Flüge.”
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