Gleichwie die Fürstin

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Gleichwie die Fürstin, die emporgehoben
  Zum hohen Thron aus niedrem Schäferstunde,
  Es ihrer Hoheit rechnet nicht zur Schande,
  Mit Segensblick herabzuschaun von oben;

Doch, wie sie ringsum ihrer Milde Proben
  Theilt angemessen über alle Lande,
  Bleibt stets der Hütt' an die sie süße Bande
  Einst ketteten, das Beste aufgehoben:

So Du, die Du vom waltenden Geschicke
  Zum Himmel, der als Kön'gin Dich bezeuget,
  Emporgerückt wardst aus der Erde Hütten,

Mögst Du, wenn Du bestrahlst mit Himmelsblicke
  Die Erde rings, dies Thal, das Dich gezeugeh
  Mit Glanz und Segen zwiefach überschütten.
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