Die Locke der Begrabenen

Eh ihr Sie in's Grab müßt senken,
  Gebet mir die Locke nur!
  Gönnet meineim Angedenken
  Diese einz'ge dunkle Spur!
Dunkle Locke, du von ihren
  Reizen einst der Schatten bloß;
  Da sie all' ihr Licht verlieren,
  O wie scheint uns deins so groß!
Von des Todes Bann gefodert
  Alle müssen in die Gruft,
  Du allein darfst unvermodert.
  Spielen in des Himmels Lust.
Du allein bist nun geblieben,
  Einst so schwach, nun stark genug,
  Um zu tragen all mein Lieben,
  Das ein ganzer Himmel trug.
Denn wie einst an dir, o Locke,
  All die süße Schönheit hing,
  So zum Trotz der Sterbeglocke
  Hängt sie noch an diesem Ring.
Wie den Ring ich magisch drehe,
  Zieht er sie vom Grab empor
  Vor mein Antlitz, und ich sehe,
  Daß mein Herz sie nicht verlor.
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