Das Glücksroß.

 Es will zu seinem Hausen
  Der Jäger zieh'n in's Feld:
  Allein ein Roß zu kaufen,
  Hat er gar wenig Geld.
 Vor'm Thore steht ein Fahler,
  Der wäre gut genug;
  Allein für fünfzig Thaler
  Kriegt man ihn nicht mit Fug.
 Da sprengt auf schönem Thiere
  Ein fremder Mann heran:
  "Nimm das hier und probiere,
  Ob es dir stehet an."
"Was hilft's? für fünfzig Thaler
  Kauft man kein solches Pferd.
  Das Pferd für den Bezahler
  Ist ja fünfhundert werth."
"So kannst du's doch probieren!"
  Da steigt der Jäger auf;
  Auf zweien und auf vieren
  Probt er's zu Sprung und Lauf.
 Es spricht der Mann: "Schön passen
  Zusammen Roß und Held; ,
  Ich will das Roß dir lassen."
  "Wie? für das Lumpengeld?"
"Nein! Mir zum Angedenken"
  Das Roß, das bäumt sich sehr;
  Wie jener es will schwenken,
  Sieht er den Mann nicht mehr.
 Nun, Rößlein ohne Mängel,
  Geschwind mit mir zur Schlacht!
  Dich hat gewiß ein Engel
  Vom Himmel mitgebracht.
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