Unser’s Hauptmann Wasmer’s Tod.

Süß ist es, im Schwertertanze,
  In des Pulverdampfes Grau'n,
  Fallend vor des Feindes Lanze,
  Sterbend Sieg und Rache schau'n:
  Solcher Tod im Himmelslicht,
  Unser Hauptmann, ward dir nicht.
Süß ist es vielleicht nicht minder, -
  Auf der heim'schen Lagerstatt,
  Um sich habend Weib und Kinder,
  Wo der Tod kein Schreckniß hat,
  Sterben, Fried' im Angesicht:
  Solcher Tod auch ward dir nicht.
Ach, ein schleichender Verräther,
  Fieber mit der kalten Hand,
  Hat dich, fern der Gruft der Väter,
  Hier gestreckt auf fremdes Land,
  Wo den letzten Kranz dir flicht
  Liebe nicht und Ruhm auch nicht.
Wie zum Kampfe mit dem Leuen
  Einer in das Feld auszieht;
  Nicht schreckt ihn des Löwen Dräuen,
  Wie er muthig vorwärts sieht,
  Rückwärts eine Schlang' ihn sticht,
  Und zum Löwen kommt er nicht.
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