Blücher. (3)

                             3.

 Als von Frankreich Blücher der Held
   Nach England überfuhr,
   Ward er geehrt wie auf der Welt
   Man ehrt in England nur.
 Als nah das Schiff der Küste war,
   Das Deutschlands Helden trug,
   Jauchzt' ihm vom Strand der Britten Schaar
   Entgegen laut genug.
 Ein Kerl, stark wie ein Felsenriff,
   Springt in die See vom Strand,
   Und watet durch bis an das Schiff,
   Hält's an mit seiner Hand.
 Er langt hinein mit einem Griff,
   Eh er sich's recht besehn,
   Und zieht hervor aus Blücher's Schiff
   Mit beiden Armen wen?
 Der da zuvorderst steht im Schiff,
   Das muß der Blücher sein;
   Drum nach dem vordersten er griff;
   Das muß der Blücher sein!
 Er setzt ihn auf, durch's Meer ihn trägt;
   Davon den Schultern spricht,
   Der drauf sitzt und die Ehr' erwägt:
   Ich bin der Blücher nicht.
„Und wenn du nicht der Blücher bist,
   So mußt du in die Fluth.“
   Wenn der ein guter Schwimmer ist,
   So ist es für ihn gut.
 Der Kerl noch einmal hin an's Schiff,
   Und greift noch einmal drein,
   Doch jetzt er nach dem größten griff:
   Das muß der Blücher sein!
 Die Lieb ist blind, die sich vergriff;
   Seht! der ist Blücher, der!
   Der größt' und vorderst nicht im Schiff,
   Und doch der Blücher er!
 Nun setzt ihn nur auf Schultern hoch,
   Tragt ihn vor allen her!
   So ist er nun der größte doch,
   Der vorderste doch er.
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