Erste Stufe. Einkehr: 16., 17., 18.

Zwar Gott ist überall, und nie wird in der Schaar
  Ihn finden, wenn er nicht bereits im Herzen war.
Doch wo der Scheiter viel in einer Flamme brennen,
  Wird das Gefühl es an vertmehrter Gluth erkennen.

                            17.

Wo schroff ein Vorgebirg in's Meer die Stirne sthiebt.
  Und am gehöhlen  Fuß in Schaum die Brandung stirbt,
Hat seine Siedelei ein frommer Mann gebaut,
  Wo seinen Horst zu baun der Adler nicht getraut.
Vom kahlen Baume, den der Fels mit Zittern trägt,
  Sieht er dem Abgrund zu, der Todeswogen schlägt.
So oft er auf der Fluth gewahrt ein schwankes Bret
  Mit Menschenleben, hebt die Händ' er zum Gebet.
Und eh'r nicht im Gebet läßt er die Hände sinken,
  Bis fern das Schiff entflohn den Zacken und den Zinken.
Selbst hat er einst erprobt, das nun um andre tobt,
  Das Meer des Sturms, da hat er dies Gelübd gelobt.
Nicht schirmen kann er euch, noch warnen vor den Riffen.
  Doch beten, daß sie Gott euch gnädig lass' umschiffen.

                            18.

Den heil'gen Weda wenn du liesest in der Nacht
  Beim Schein der Lampe, sei der Lampe Schein bewacht,
Daß er nicht düster brenn' und daß er irr nicht flirre,
  Daß dir's nicht dunkel sei, und daß dein Sinn nicht irre.
Auch sei nach außen hin ein Schirm gestellt vor's Licht,
  Damit kein Lüftezug es stör' im Gleichgewicht.
Auch nächt'ge Fliegen nicht und nächt'ge Schmetterlinge,
  Verlockt von deinem Licht, versengen ihre Schwinge.
Denn weil du denkest den, der Leben hat gegeben
  Den Wesen allen, soll verlieren keins das Leben;
Und nie gereichen soll geweihter Flamme Schüruug
  Zu Ungeweihter Tod, zu Schwacher Irreführung.