Herr Schwiegersohn

Adelheid.

                     Herr Schwiegersohn,
Uns ist bekannt, was euch zur Eile treibt,
Wie eures Reiches Fürsten, jüngst versammelt
In Tribut, die Bedingung euch gesetzt,
Daß, wenn nicht inner Jahresfrist den Bann
Der heil'ge Vater, der mit schwerer Hand
Ihn auf euch legte, wieder von euch nimmt,
Ihr sollt des Reichs entsetzt zu achten sein.
Die Frist ist nah; ihr aber wollt dazu
Des Pabstes Ankunft auf Mariä Lichtmeß
In Augsburg nicht erwarten, wohin ihn
Die Fürsten sämmtlich eingeladen haben;
Wollt' lieber, aus mir unbekannten Gründen,
Eh' er Rücksprache mit den Fürsten nahm,
Von ihm die Lösung in Italien holen.
Die Fürsten aber, dieses zu verhindern
Verlegten euch die Klausen im Gebirg,
Von einem End' der Alpen bis zum andern,
Und ließen hier nur eine Thür euch offen,
Die euch zu schließen steht in meiner Macht.

             Heinrich.

Und was verlangt ihr, sie mir aufzuthun

             Adelheid.

Für die Gefahr, dem Bannstrahl Trotz zu bieten,
Der jedem, wer euch Vorschub leistet, droht,
Mögt ihr mir vier Bisthümer überlassen,
Die nächsten, die an meine Grenzen stoßen.

             Heinrich.

Frau Schwieger, wißt ihr, warum man mich bannte?

             Adelheid.

Der Pabst weiß das Warum, uns gnügt die Sache.

             Heinrich.

So hört es denn: zum Theil darum, weil ich
Mit Bisthümern soll schlecht geschaltet haben,